Allgemein- und Viszeralchirurgie

Der Schwerpunkt unserer Chirurgie liegt bei Eingriffen an inneren Organen.

In der Chirurgie behandeln wir insbesondere Leisten- und Bauchwandbrüche, Gallen- und Blinddarmleiden, Weichteiltumore und chronische Wunden. Das Gebiet umfasst die Vorbeugung, Erkennung, konservative und operative Behandlung genauso wie die Nachsorge und Rehabilitation von chirurgischen Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen sowie angeborenen und erworbenen Formveränderungen und Fehlbildungen der inneren Organe.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet die minimalinvasive Schlüsselloch-Chirurgie, mittels derer wir viele der Operationen durchführen können.

  • Gallenchirurgie

    Die Gallenblase ist ein Reservebeutel für die Gallenflüssigkeit und liegt direkt an der Unterfläche der Leber. Die Gallenflüssigkeit gehört wie das Sekret der Bauchspeicheldrüse zu den Verdauungssäften.
    Wenn es zu Behinderungen beim Abfluss der Gallenflüssigkeit kommt, kann dies zu einer Entzündung oder zur Bildung von Gallensteinen führen. Gallensteine wiederum können eine chronische, das bedeutet lang andauernde Entzündung der Gallenblase herbeiführen und es kann sich eine Bauchfellentzündung entwickeln.
    Durch den Abgang von kleinen Steinen aus der Gallenblase über den Gallengang kann es zu heftigen Koliken kommen.

    Da die Gallenblase ein Blindsack ist und zum Leben nicht benötigt wird, erfolgt bei der Operation stets die Entfernung der ganzen Gallenblase samt der Steine, um einer wiederholten Steinbildung oder Entzündung sicher vorzubeugen.
    Die Operation wird heute in aller Regel minimal-invasiv (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt.
    Diese Routine- Operation erfolgt immer in Vollnarkose. Der Klinikaufenthalt beträgt 2 – 3 Tage, kann aber auch ambulant durchgeführt werden. Eine spezielle Diät ist nach der Operation nicht erforderlich, die normale körperliche Belastbarkeit ist in der Regel 2 Wochen nach der Operation wieder erreicht.

  • Blinddarmentzündung

    Bei der Blinddarmentzündung handelt es sich um eine Entzündung des sogenannten Wurmfortsatzes, einem Anhanggebilde des Dickdarms. Der Blinddarm hat für das Verdauungssystem von uns Menschen keinerlei Funktion, er ist völlig entbehrlich. Dies ist z.B. bei der Kuh, die ein anderes Verdauungssystem besitzt als der Mensch ganz anders. Sie benötigt dieses Organ.
    Nun kann es vorkommen, dass es zu Ablagerungen in diesem zurückgebildeten Darmanteil kommt. Diese führen zu eitrigen Entzündungen, einem Geschwür (Abszess) und bei Fortschreiten der Erkrankung zu einer Bauchfellentzündung.

    Außer der baldigen Entfernung gibt es keine Behandlungsalternative.
    Die Entfernung des Blinddarms stellt eine absolute Routineoperation dar.
    Die Operation kann konventionell „offen“ oder mit der Technik der so genannten Schlüsselloch- Chirurgie (minimal-invasiv) durchgeführt werden.

  • Hernienchirurgie

    Hernien sind Bauchwandbrüche, die an bestimmten Schwachstellen der Bauchwand (Nabel, Leiste, Mittellinie) oder im Bereich von Operationsnarben am Bauch auftreten.
    Ein Bruch ist  die Ausstülpung eines Bauchfellsacks durch eine Schwachstelle in der Bauchwand. Der Bauchfellsack (auch Bruchsack genannt) kann leer sein oder Anteile aus der Bauchhöhle wie zum Beispiel eine Darmschlinge enthalten. Bemerkt wird ein Bruch meist durch eine kugelige Schwellung, Schmerzen oder beides, meist im Zusammenhang mit einer körperlichen Anstrengung (Bauchpresse).
    Der Bruch als solcher hat zunächst keine Auswirkungen und keinen hohen Krankheitswert, lediglich die Vorstülpung sowie leichte Schmerzen zeigen sich zu Beginn. Wird der Bruch jedoch nicht behandelt, vergrößert er sich mit zunehmender Zeit und kann dann auch eine Darmschlinge einklemmen. Dies führt zur Schädigung der Darmwand, zu einer Durchblutungsstörung oder einem Darmverschluss. In diesem Fall besteht dann eine Notfallsituation.

    Da ein Bauchwandbruch niemals von alleine heilt, ist die operative Behandlung erforderlich um nicht die oben genannte Notfallsituation entstehen zu lassen. Auch klassische Bruchbinden stellen keine Alternative zur Operation dar.
    Nach der Beseitigung der Vorstülpung wird die Bruchlücke mit einem gut verträglichen, flexiblen und flachen oder stöpselförmigen Netz verschlossen. Diese aus speziellem Kunststoff hergestellten Netze werden seit mehr als 40 Jahren erfolgreich in der Chirurgie eingesetzt.
    Bei der offenen Technik wird die Operation in Voll- oder Teilnarkose (Regionalanästhesie) durchgeführt.
    Die Operation ist jedoch auch in Schlüsselloch-Chirurgie minimal-invasiv (endoskopisch) möglich.
    Nach der Operation ist bei beiden Operationstechniken eine kurze körperliche Schonung im Hinblick auf die Bauchpresse und das Heben von Lasten angezeigt. Nach der 2. Woche sind leichte Tätigkeiten möglich, nach der 3. Woche können wieder Arbeiten mit leichter Belastung verrichtet werden und nach der 4. Woche ist die volle Belastbarkeit wiederhergestellt.

  • Bauchspiegelung

    Bei laparoskopischen Operationen werden die Operationsinstrumente sowie eine Optik, die mit einer Kamera verbunden ist, über sehr kleine Hautschnitte in das Operationsgebiet eingebracht. Das Operationsfeld wird auf einen Bildschirm übertragen.
    In der Regel werden mit dieser Operationstechnik zum Beispiel Gallenblasen- und Blinddarmentfernungen sowie Leistenbruchoperationen durchgeführt.

    Durch die Vermeidung größerer Bauchschnitte haben Sie als Patient nach der Operation weniger Schmerzen und eine geringere Belastung. Der Klinikaufenthalt wird kürzer, Sie sind schnell wieder auf den Beinen. Das Risiko für Infektionen der Operationswunde, für das Auftreten von Wundheilungsstörungen und von Narbenbrüchen ist im Vergleich zur offenen Operationstechnik wesentlich geringer.
    Dem operierenden Arzt ermöglicht diese Technik einen genauen Blick in jeden Winkel der Bauchhöhle und somit durch die bessere Übersicht eine erweiterte Diagnostik.